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Whistkarten mit sekundärer Verwendung

Dieses Spiel wurde um 1780 von François-Henry Cadine in Paris hergestellt. Der Name des Herstellers steht auf allen Bildkarten.

Das Spiel zeigt das Pariser Standard-Bild. Auf dem Treff-Buben sieht man auf dem Schild verschwommen zwei Personen als Firmenzeichen. Die Blume auf der Pik-Dame und der Käfig auf dem Karo-König sind Zeichen (filigranes) gegen unversteuerte Raubdrucke.

Die Besonderheit sind die Rückseiten: sie waren ursprünglich unbedruckt, sind dann aber nachträglich mit schablonierten Wörtern, Wortteilen oder Satzzeichen versehen worden. Häufig ist zusätzlich handschriftlich die entsprechende Wortart angegeben, z.B. pr. poss. fr.' bei son, also 'sein - französisches Possessivpronomen' (es sind auch lateinische Wörter dabei). Wegen dieser Rückseiten spricht man von 'sekundärer Verwendung', denn die Karten wurden nicht zum Spielen, sondern für etwas anderes, vielleicht als Lernhilfe, eingesetzt.

Es gibt in anderen Sammlungen weitere Spiele von Cadine mit gleichartigen Rückseiten -- 52 Karten wären für die gedachte Verwendung wohl auch zu wenig gewesen.

In dieser Zeit, in der die Rückseiten nicht bedruckt waren, wurden Spielkarten öfter für andere Zwecke eingesetzt, besonders wenn sie nicht ordentlich gedruckt waren (Ausschussware, wie die hier gezeigten Karten). In meiner Sammlung sind einzelne Karten, die als Karteikarten oder als Notizzettel benutzt worden sind, und auch viele andere Verwendungen sind bekannt.


© Peter Endebrock, 01. Sept. 2001